Aug 07

„Superman Lives“ und Cinefex! Kickstarter Special

Hallo liebe Cardport-Leser,

langsam kühlt sich der Sommer ein wenig ab und das ist doch die beste Gelegenheit, mal wieder ein wenig aus dem Land der Filme zu bloggen. Vor Kurzem habe ich etwas zu Alec Gillis’ Kickstarter-Projekt “Harbinger Down” geschrieben: Der Spezialeffekt-Spezialist finanzierte über die Crowdfunding-Plattform einen Horrorfilm, der nur mit handgemachten Effekten und physischen Monstern arbeiten wird. Wie auf der offiziellen Website zu vernehmen ist, bastelt man derzeit kräftig an der Umsetzung, obgleich das Geld noch nicht ausgezahlt worden ist. Wir dürfen weiterhin gespannt sein, was uns Gillis und seine Kollegen Spannendes produzieren werden.
Kickstarter ermöglicht es einzelnen Projekten, sich komplett von Käufern (oder Fans) vorfinanzieren zu lassen. Amanda Palmer, das Filmteam von Veronica Mars, Adventurgame-Legende Tim Schafer und zuletzt Videospiel-Guru American McGee hatten ebenfalls Projekte über das Onlineportal finanziert, zum Teil mit überragendem Erfolg. Doch wer Millionenbeträge von Fans kassiert und dann nicht vorsichtig genug Publicity betreibt, wird schnell von der Presse als maßlos kritisiert und obgleich die eigentlichen Zahler vollends zufrieden auf das neue, vorfinanzierte Produkt warten, hagelt es von mancher Seite Gift und Galle. Man munkelt, die alten Vertriebswege und deren journalistische Verbündete aus Film-, Gaming- und Plattenindustrie würden einen künstlichen Konfilkt erzeugen, um den selbstbewussten Kickstartern die Suppe zu versalzen. Die alten Konzerne sehen von den nunmehr völlig unabhängig produzierten Erzeugnissen keinen Pfennig, kein Wunder daß ihnen das neue Konzept also nicht schmeckt. Es bleibt spannend an dieser ganz neuen Front, die immer mehr Künstler, Erfinder und Produzenten für sich entdecken. Zwei erfolgreiche Projekte, die für Filmfans besonders interessant sind, möchte ich euch heute einmal vorstellen!

The Death of “SUPERMAN LIVES”: What happened?

Ende der Neunziger Jahre war der erste neuzeitliche Superman-Film lange angekündigt gewesen. Regisseur Tim Burton plante jahrelang an seinem neuesten Streifen, der nach Mars Attack der grösste Hit bei Warner Brother werden sollte. nachdem Burton bereits Ende der 80 mit “Batman” einen gigantischen Erfolg hinlegte, spürte man bei Warner Brothers das Verlangen, einen Superman-Film für das neue Jahrtausend hinterhezulegen. Zu jener Zeit war in den Superman-Comics gerade die legendäre “Death and Return of Superman”-Storyline zu Ende gegangen, in der Superman durch den intergalaktischen Grobian “Doomsday” über den Jordan befördert wurde. In einer Welt ohne Superman müssen unter anderem Superboy, Steel und Cyborg-Superman einen Ersatztrupp zusammenstellen, um den Mann aus Stahl zu ersetzen. Letzten Endes wird (wie sollte es auch anders sein) Superman wiedergeboren, mit langen Haaren gar, und dann stellt sich bald wieder der Alltag in Metropolis ein.

In wieweit die damals geplante Verfilmung des Stoffes im Drehbuch umgesetzt worden ist, wie weit die Produktion bereits vorbereitet war und was zur Einstellung des Projekte führte, dies alles möchte Filmemacher John Schepp in seiner kickstarter-finanzierten Dokumentation beleuchten. Nachdem Warner nun die Produktionsdokumente vollständig freigab, gibt es Tonnen an Material zu sichten. Nicolas Cage, der damals für die Hauptrolle vorgesehen war, soll vorraussichtlich zu Wort kommen, ebenso Regisseur Tim Burton (so er denn gewillt ist über dieses schmerzliche Kapitel zu berichten), Drehbuchautor Kevin Smith (Clerks, Dogma) und viele andere. Im Vorschaufilm gibt es bereits die abgefahrensten Designs zu mutierten Monstren, Superschurke Brainiac und völlig abgehobenen Superman-Kostümen zu sehen, die bereits seit Jahren im Netz für Verwunderung sorgen.

 

Schepp geht aber noch einen Schritt weiter und kündigte an, Schlüsselszenen des Drehbuchs tatsächlich zu verfilmen, um “Superman lives”, dem Film den es nie gab, Tribut zu zollen. Nachdem “Man of Steel” dieses Jahr eine Bauchlandung vor Kritikern und Publikum machte, sidn Fans und Filmfreunde umso gespannter auf Schepps Einblick in den legendären Superman-Film der 90er Jahre!

 

cage-superman

Cinfex Classic Collection

 

Für Spezialeffekt-Fans wie mich gab es ein einziges Magazin, das mehr wert war, als sein Eigengewicht in Gold: Cinefex von Verleger Don Shay. Im Cinfex-Filmmagazin geht es einzig und allein um Spezialeffekte, deren Entstehung mit tollen Fotos und von Fachleuten verfassten Texten dokumenentiert wird. Jede Ausgabe widmet sich einmal im Quartal einem Titelthema (üblicherweise dem spezialeffektgeladenen Blockbuster des Jahres) und behandelt darüber hinaus die bemerkenswertesten Projekte der Saison. Zwischen Filmfirmen und Effektstudios bildet die Cinefex oft eine Art Mittelsposition, denn nicht nur Effektfirmen inserierten ihre Portfolios und Angebote, nein, sogar die Firmfirmen schalteten üblicherweise ganzseitige Danksagungen nach dem Abschluß erfolgreicher Filmprojekte.

Cinefex Cover

Nun wird für Cinefex-Fans ein Traum war. Das komplette Archiv des Magazins wird digitalisiert und (zunächst nur auf dem Ipad) als Download zu Verfügung gestellt. Ein unschätzbarer Fundus an Informationen und Hintergundberichten, Fotos und Interviews wird jetzt wieder komplett verfügbar. Alle Ausgaben, die schon seit vielen Jahren vergriffen waren, sind dabei. Nun können die Fans selbst teilhaben an der digitalen Zukunft ihres Lieblingsmagazins und sich bei Kickstarter über eine Spende bereits jetzt eine Gesamtausgabe sichern. Bereits jetzt scheint die Idee der Cinefex-Macher aufzugehen, denn das Projekt ist fast vollständig finanziert.

 

Hier ein kleiner Vorschaufilm zum Kickstarter-Projekt:

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug in die Welt der Kickstarter-Projekte gefallen und freue mich, wenn ihr beim nächsten Post im Sammelsurium, exklusiv auf cardport.de, wieder dabei seid!

Euer Sebastian