Doctor Who

Der Doktor mit Fez.

Nach einer viel zu langen Winterpause melde ich mich heute bei euch mit einem besonders sammelbaren Thema zurück, bei dem es mir nicht nur nerdmäßig ziemlich im Nacken kitzelt sondern bei dem auch mein Spinnensinn für wirklich abgefahrenes Zeug klingelt wie ein Wecker am Montagmorgen. Heute geht es, haltet euch fest, um eine meiner absoluten Lieblingsserien: „Doctor Who“.
Science-Fiction-Fans braucht man zum Thema „Doctor Who“ eigentlich nichts mehr zu sagen, aber ich lasse es mir nicht nehmen, euch, wie es die Etikette verlangt, einander ausführlichst vorzustellen.

Gestatten: Der Doktor. Er sieht aus wie ein Mensch, doch in Wirklichkeit ist er der letzte Überlebende einer uralten außerirdischen Zivilisation, der Time Lords, vom Planeten Gallifrey. Als Time Lord stehen dem Doktor Erfahrung und Technologie zur Seite, die es ihm ermöglichen, an jeden Ort in Raum und Zeit zu reisen. Der Doktor reist an Bord einer Maschine namens „Time and Relative Dimension ins Space“ kurz „T.a.r.d.i.s“, die aufgrund einer Fehlfunktion ständig aussieht wie eine Notrufzelle der britischen Polizei aus aus dem Jahre 1963. Wo auch immer er landet, wann auch immer er landet, versucht der Doktor sein Bestes, um zu helfen und auf abenteuerlichste Weise aus der ausweglosesten Situaton zu finden. Ganze Planeten und Imperien haben ihm ihr Überleben zu verdanken und sein Name ist unter den ruchlosen Spezies des Universums gefürchtet wie kaum etwas anderes. Und er ist fast so etwas wie unsterblich, denn jedesmal wenn er eine tödliche Verletzung zuzieht, regeneriert er sich und wer weiß, was uns mit dem „nächsten“ Doktor erwartet? Einen schusseligen alten Professor, einen wilden Abteuerer mit bunten Schal? Der Doktor ist eine lebende Legende!

Mein erster Kontakt mit dem Doktor muß sich 1990 auf dem Teppich meiner Großeltern abgespielt haben, während ich dem siebten Doktor (Sylvester McCoy) dabei zusah, wie er auf einem Planeten voller bösartiger Katzenmenschen um sein Überleben und gegen seinen bärtigen Erzfeind The Master kämpfte. Das ganze lief gegen Mittag auf RTL Plus und nagelte mich jeden Sonntag vor die Mattscheibe, bis die Serie plötzlich wieder aus dem Programm flog. Mitte der Neunziger war das Internet im heutigen Sinne gerade noch so eben Science Fiction und so stolperte ich lediglich in Sammlerkatalogen und Comicshops über Literatur und Infos zum Doktor, und erst in den späten Neunzigern gab das taschengeldgefüllte Sparschwein genug Bares her um der massiven VHS-Sammlung auch ein paar alte BBC-Tapes vom Doktor hinzufügen. Erstaunlicherweise hatte es die Originalserie tatsächlich nur bis 1989 gegeben und (bis auf einen mittelmäßigen US-TV-Film von 1996) seitdem hatte Funktstille geherrscht. 2004, als ich gerade ein Semester im fernen China verbrachte, las ich von der Meldung, im nächsten Jahr würde der Serie durch die BBC neues Leben eingehaucht werden. Diese unerwartete Meldung lies mich zum einen begeistert, zum anderen besorgt zurück. In den letzten sechs Jahren war bereits meine Lieblingsfilmeserie um den „Krieg der Sterne“ für mich endgültig gestorben und als Fan macht man sich natürlich sorgen.
Unbegründet.
2005 kam der Doktor also zurück. Und wie! Mitunter großartigste Drehbücher, wunderbare Spezialeffekte und Soundtrack Kompositionen sowie umwerfende Darsteller machten Docto Who zu meiner absoluten Lieblingsserie.
Wir treffen auf alte Feinde, wie die legendären Daleks und die Cybermen, wir erleben die Wiedergeburt des „Master„, Erzfeind des Doktors und den Kampf gegen die letzten überlebenden Time Lords.

Aber es geht beim Doktor selten um stumpfsinnige Unterhaltung, denn jede Episode bringt auch ihre menschlichen Entscheidungen mit sich. Wie oft kommt es vor, daß eine Serie vom Publikum gleichzeitig als beste Familienserie und als gruseligste Serie der TV-Landschaft gewählt wird? Wenn es Samstags nach dem Abendessen im Good Old England vor die Familienröhre geht, dann wird sich gegruselt, dann wird gelacht und auch mal eine Träne der Rührung weggedrückt. Und genau das ist es, was den Doktor nicht nur unterhaltsam sondern einfach großartig macht.

In den letzten Jahren veranstaltete die BBC die Doctor Who Proms, wie im folgenden Video in der Royal Albert Hall in London, in den kleine und große Fans das Gruseln, das Lachen und Staunen und den Respekt vor hammerguter Philharmonie üben können! Fantastisch!

Ich bin dafür, und das habe ich glaube ich des öfteren schon mal betont, daß es so etwas wie einen Kulturmaßstab geben sollte, bemessen daran, ob und wie lange sich die aktuelle Staffel von „Doktor Who“ im TV-Programm einer Nation beweisen kann. Da hätte Deutschland schlechte Karten … Abgesehen von den Versuchen seitens RTL und Kabel eins, einzelne Staffeln zu synchronisieren und zu senden schlug 2007 sogar der Pro Sieben-Versuch fehl, die neuen Folgen bei uns zu senden und gab nach zwei Staffeln auf. (Das weit weniger vorzeigbare und ein wenig stumpfe Spin-Off „Torchwood“ hielt sich dagegen wacker im Programm)
Im letzten Dezember startete FOX mit der sechsten Staffel einen neuen Versuch, allerdings nur im Bezahlfernsehen und das ist dem Doktor nicht ganz gebührlich. Woran mag das liegen? Nun ja, wir sind wohl einfach kulturell etwas langsam, immerhion schicken wir ja auch unsere dämlichen Promis zehn Jahre später in den Dschungel als der Rest der Welt und sind dann sogar noch ganz stolz auf das „Experiment“.

Aber lassen wir uns von solchen Plänkeleien nicht davon abhalten diese einmalige Serie zu genießen… ich für meinen Teil zähle jetzt schon die Tage bis zum Start der siebten Staffel der „neuen“ alten Serie.

Doctor Who Action Figuren!

Für alle Sammelfreaks möchte ich jetzt ein paar Worte zum umfangreichen Actionfiguren-Sortiment von Character Options verlieren, die als offizielle Lizenznehmer die Figuren zu den neuen Doctor Who Staffeln aber auch zu klassischen Stories produzieren. Die Figuren sind, für 5“ zumindest, cool genug modelliert und geblistert, um das Prädikat „sammelnswert“ zu erhalten. Leider sind die Figuren auf der anderen Seite nicht ganz billig, was aber manche von euch nicht davon abhalten wird, sich zukünftig damit einzudecken.

Character Options begann zunächst staffelweise Helden, Monster und interessante Nebenfiguren, später auch klassische Charaktere aus der „alten“ Serie zu veröffentlichen. Was das Sammeln nett aber auch ein wenig komplizierter macht sind die Special Packs und Box Sets zu einzelnen Folgen, dann die Villain 2-Packs mit klassischen und neuen Versionen von z.B. Den Cybermen, dann noch Tardis-Boxsets mit Doctor und Companion und natürlich die unvermeidbaren und supergenialen „alle Doktoren“-Boxsets.
Als ich mir die Figuren im vorletzten Jahr einmal in Irland durch die Finger gehen lies, schlug mein Herz schon ein wenig schneller, zumal die Figuren wunderbar verpackt und extrem schick sind, vor allem aber merkt man, daß Character Option sich bemühen, Figuren für die Fans zu produzieren, gleichzeitig aber stabile und gut bespielbare Ware für das Kinderzimmerschlachtfeld abliefern.

tolle Collage von (c) doctorwhotoys.net

Schön, daß es so etwas in Europa gibt, zumal europäische Originallizenzen, die auch noch in England produziert werden. Abschliessend bleibt allerdings anzumerken, daß die Doctor Who Figuren mittlerweile nur in Sonderauflagen erscheinen, zumal die großen Händlerketten den „kleinen Marken“ keine Regalbretter frei machen wollen und die Auflagen für einen umfassenden Vertrieb zu unvorteilhaft wären. So bleiben den fans natürlich weiterhin die Comicshops, von denen zumindest Underground Toys und Forbidden Planet exklusive Sonderauflagen von Character Options beziehen.

Wer mehr über weitere (Vintage und Neu) Doctor Who Sammelartikel erfahren möchte, der sollte sich unbedingt die Seiten Tardis @ Wikia und natürlich den Klassiker Doctorwhotoys.net ansehen.
Ich für meinen Teil wünsche Euch einen wunderbaren Start in die Woche und hoffe, daß ich euch ein klein wenig für den Doktor interessieren konnte. Aber vermutlich seid ihr eh schon echte „Whovians“, oder? ;)