Metal Gear Solid: Peace Walker

Obwohl jetzt eigentlich der zweite Artikel zum Thema „Keita Amemiya“ dran wäre, muß ich mal ’ne Zwischenmeldung machen. Das Thema: „Metal Gear“

Es gab einen Zeitpunkt in meinem Leben, an dem ich die Welt der Videospiele „neu“ entdeckt habe. Dieser Zeitpunkt ist recht leicht festzunageln, denn es war der Sommer des Jahres 2000, in dem ich mich nach meinem Abi sowohl mit einer Playstaion 1, liebevoll PSX genannt, und mit ener Dreamcast (Segas letzter, legendärer Hardware) belohnte.

Lustigerweise war das wirklich recht spät, denn die 32-bit Ära war fast vorbei, die PS2 statt kurz vor der Tür. In jenen Tagen wurde ich vom Nintendo-Puristen zum Videospielweltbürger. Zugegeben war ich schon auf dem Nintendo 64 begeistert auf Klassiker wie „Goldeneye“ und „Resident Evil 2“ abgefahren und es durstete mich nach mehr. Als ich also mit Spielen wie „Shenmue“, „Parasite Eve“, „Final Fantasy 8“, „Resident Evil 3“ und „Code Veronica“ die Monate meiner Zivildienstzeit verkürzte, zog mich ein Spiel besonders in seinen Bann, natürlich war es „Metal Gear Solid“.

Basierend auf seinen zwei „Metal Gear“-Klassikern aus den 80ern schuf Videospieldesigner Hideo Kojima eine Welt, die mich mitten ins Nervenzentrum traf: Alternative Geschichtsschreibung, politische Verschwörungen, Genom-Soldaten, seltsame japanische Spielkonzepte, ein Skript wie vom lieben Gott persönlich und natürlich „Metal Gear“.

Im Kurzen geht es bei „Metal Gear“ um den Soldaten Solid Snake, der bei einem Einsatz auf Shadow Moses Island einer Verschwörung seiner ehemaligen Spezialeinheit Fox Hound auf die Schliche kommt. Sie droht, einen nuklearen Sprenkopf zu zünden und nur Solid Snake ist in der Lage, den illustren Elitekämpfern das Handwerk zu legen. Montiert ist diese Atomrakete übrigens auf einen laufenden Kampfpanzer mit dem Codenamen „Metal Gear Rex“. Hideo Kojimas einmalige Mischung aus cineastischem Feingefühl, dem legendären Konzept der Tactical Espionage Action (unbemerkt schleichen und eingreifen) und einem über alle Maßen talentierten Team bei Konami macht „Metal Gear Solid“ zu einem der beliebtesten und wichtigsten Videospiele aller Zeiten. Nicht weniger legendär sind die Nachfolger „Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty“ „Metal Gear Solid 3: Snake Eater“ und „Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots“.

Während Teil 2 und 4 Solid Snakes Storyline bis in die nahe Zukunft verfolgen, zweigt sich die Spielserie mit „Snake Eater“ in die Vergangenheit ab. „Snake Eater“ und der Playstation Portable Nachfolger „Portable Ops“ widmen ihre Zeit Solid Snakes Mentor und späterem Gegenspieler „Big Boss“ und erzählen, wie er in den 60er und 70er Jahren vom Amerikanischen Agenten im Kalten Krieg zum paramilitärischen Anführer seines eigenen Stadtstaates wird. Die Konzepte des Kalten Krieges und der „Geschichte, die sich wiederholt“ sind im Metal Gear Universum wichtige philosophische Prinzipien. Hideo Kojimas Besessenheit, mit den Erwartungen der Spieler zu arbeiten und die Continuity von Metal Gear immer wieder aufs neue experimentell zu vermischen gehört zu dem Gesamtkunstwerk, als das die Serie allgemein bekannt ist.

Dieser Tage erschien nun (auch für die Xbox 360) die Metal Gear HD Collection, in der die überbeitete Fassungen des 2. und 3. Teils sowie des neuesten Streichs „Metal Gear Solid: Peace Walker“ enthalten sind. „Peace Walker“ ist der dritte Teil der „Big Boss“-Prequels und erschien ursprünglich exklusiv auf der PSP. In „Peace Walker“ gerät „Big Boss“, immer noch unter dem Codenamen „Snake“ arbeitetend mit seinern Söldnern in einen aufkeimenden Konflikt im paradisischen Costa Rica: Die CIA plant einen Einsatz von Nuklearwaffen um die Abschreckungsstrategie gegenüber der Sowjetunion endgültig zu untermauern. Doch es wäre kein Metal Gear Spiel, wenn es nicht auch hier mechatronische Monstren geben würde: In der Entwicklung befindet sich nämlich der erste zweibeinige, unbemannte Nuklearpanzer mit dem Codenamen „Peace Walker“. Und als ob das nicht unheimlich genug wäre, wartet auf die Spieler ein ganzes Arsenal unbemannter Kampfroboter, angetrieben von einer neuartigen künstlichen Intelligenz. Wird es Snake gelingen, Costa Rica zu befreien? Kann es andauernden Frieden ohne nukleare Abschreckung überhaupt geben?

„Metal Gear Solid: Peace Walker“ ist bis ins Letzte durchdacht, lebt von einer komplexen Vielzahl an Möglichkeiten online zu interagieren, Soldaten zu rekrutieren, technische Fortschritte zu erlangen und sogar seinen „Metal Gear“ zu entwickeln. „Peace Walker“ übernimmt alle Innovationen der Serie und vereint sie eindrucksvoll in einem urtypischen und doch wieder ganz eigenen „Metal Gear“ -Kapitel. Ich für meinen Teil verliebe mich gerade ganz neu in eine meiner Lieblingsfranchisen: Yoiji Shinkawas Designs mit Gastbeiträgen von Ashley Wood, der phänomenale Soundtrack und die endlosen Details und großartigen Sprecher, die man bereits seit jeher gewohnt ist machen „Peace Walker“ und die HD Collection zu einem meiner Videogame-Favoriten der letzten Jahre! Nicht verpassen.

Übrigens:

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